Gebündelte Start-up-Power für mehr Cyber-Sicherheit

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Gebündelte Start-up-Power für mehr Cyber-Sicherheit
Gebündelte Start-up-Power für mehr Cyber-Sicherheit

Cyber-Sicherheit: Zwei deutsche Start-ups kooperieren

Seit diesem Monat kooperieren zum Beispiel zwei deutsche Start-ups, um kleine und mittelständische Unternehmen bei der IT-Sicherheit zu unterstützen. Veronym, Deutschlands erster Cloud Security Service Provider, und MainDefense, Experte für präventives Cyber-Sicherheitstraining und Threat Intelligence, möchten ihre Sicherheits-Technologie zur Verfügung stellen. Dabei erfolgt der Zugriff direkt aus der Cloud und es werden individuelle Online-Trainings angeboten.

Schutz vor Cyber-Angriffen

Mittlerweile ist jedes zweite Unternehmen von digitalen Angriffen betroffen, so dass im letzten Jahr Schäden von über hundert Milliarden Euro entstanden sind. Interessant ist, dass 92 Prozent der Cyber-Angriffe per Mail starteten. Neben den Produktionsausfällen, Unternehmensstörungen und Zwangsurlaub für Mitarbeiter könnten erhebliche Instandsetzungskosten und Imageschäden die Folge sein. Weitere Schäden sind durch entwendete Entwicklungsdaten und Firmengeheimnisse zu erwarten. Die Start-ups Veronym und MainDefense kombinieren die technische Absicherung durch bewährte Sicherheitslösungen mit stets aktuellen Awareness- (Bewusstsein oder Wahrnehmung) und Schulungsmaßnahmen.

Cyber-Kriminalität auf dem Vormarsch

80 Prozent der deutschen Firmen beklagen mindestens einmal im Monat einem Hackerangriff, so dass der jährlich verursachte Schaden auf 50 Milliarden Euro geschätzt wird. Fachleute vermuten zusätzlich noch eine erhebliche Dunkelziffer, die sich schätzungsweise auf 90 Prozent unentdeckter Angriffe beläuft. Viele attackierte Betriebe möchten aus Imagegründen den Vorfall nicht bekannt geben oder reagieren erst zu spät.

Beispielsweise wurde 2015 das Kreditvergabe-Startup Kreditech mit tausenden gestohlenen Nutzerdaten erpresst. Nur durch nachhaltige Recherchen Dritter wurde das immense Datenleck öffentlich gemacht. Leider schalten nur ein Drittel der betroffenen Firmen die Polizei ein.

IT-Security und Diskretion

Die gesamte IT-Security-Landschaft hüllt sich gerne in Schweigen und Namen von Produkten und Kunden sowie erfolgreich abgewehrte Cyber-Angriffe werden selten öffentlich gemacht. Jedoch kommt durch neue Technologien allmählich Bewegung in die Szene. Unter anderem können diese Start-ups und Jungunternehmen Hilfe anbieten:

  • Helix, Authdata und Idee setzen auf eine sichere Identität, indem sie Blockchain oder einen QR-Code verwenden oder den Personalausweis elektronisch auslesen.
  • Boxcryptor, Teamdrive und Secucloud verschlüsseln private und gewerbliche Daten in der Cloud, so dass Teammitglieder und -geräte sicher miteinander kommunizieren können.
  • Brabbler, Retarus und Mynigma bieten eine „sichere Kommunikation“, indem sie zum Beispiel seit 2015 die interne Ginlo-Technologie anbieten.
  • Crahtest Security, Patronus.io und Syss überprüfen die Programmiercodes und simulieren Hackerangriffe im Bereich Malware, Phishing oder DDOS.
  • Rhebo, Quanticor und Asvin bieten Sicherheit im Internet. Beispielsweise will QuantiCor zukünftige Angriffe von Quantencomputern vermeiden.
  • Cognitix, Myracloud und QuoScient kontrollieren die Systeme und intelligente System- und Layer-Architekturen lassen externe Angriffe in Echtzeit abwehren.

Cyber-Sicherheit nicht nur von der IT-Abteilung

Selbst eine gut strukturierte IT-Abteilung kann nicht viel gegen Internet-Attacken unternehmen, sagen zahlreiche Experten. Ein Basisschutz ist selbstverständlich, aber darüber hinaus sind noch andere Kernfähigkeiten wichtig. Zusätzlich existieren Start-ups und kleinere Unternehmen, die ihren Schutz speziell für bestimmte Branchen und Funktionen anbieten.

  • Authoreon: Blockchain-basierter Markenschutz für Luxusgüter
  • Apsec: sichere Übertragung medizinischer Daten
  • KIProtect: Anonymisierung von sensiblen AI- und Big-Data-Informationen
  • Escrypt: kooperiert mit Bosch zum Thema IoT-Automobilsicherheit

Starkes Wachstum entsprechender Start-ups

Die deutsche SecureTech-Branche befindet sich momentan stark im Wachstum. Im deutschsprachigen Raum wird die Zunahme entsprechender Start-ups in den Jahren von 2014 bis 2018 auf über 250 Prozent geschätzt.

Leider investieren die industriellen Partner lieber ins Ausland wie die USA und Israel, weil die erforderlichen Technologien von renommierten Acceleratoren (Institutionen, die Start-ups durch Coaching zu einer schnellen Entwicklung verhelfen) und durch staatliche Hilfen stärker gefördert werden. Leider sind pure internationale Cyber-Security-Player aus Deutschland noch relativ selten anzutreffen.

Das Start-up Myra

Das 2012 in München gegründete Startup Myra Security registriert in Echtzeit Cyber-Angriffe auf Unternehmen, Webseiten und Apps und wehrt sie effektiv ab. Seit 2014 ist Myra neben den deutschen Unternehmen wie Sixt oder der Münchner Sicherheitskonferenz auch für internationale Top-Institutionen wie die Europäische Zentralbank, Doc Morris und Goldman Sachs aktiv.

Myra ist bestrebt das Thema IT-Sicherheit zusammen mit anderen IT-Security-Unternehmern und prominenten Regierungsvertretern stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Unter dem Aspekt, dass manche Unternehmen schon angegriffen wurden und andere davon noch gar nichts wissen, sollte laut Unternehmensphilosophie das vorhandene Kapital, Wissen und die Technologie zu einer nachhaltigen Veränderung dieses Zustands eingesetzt werden.

Quelle: Redaktion
Bildquelle:pixabay.com