„SocialMediaHistory“: Geschichte auf Instagram erforschen

0
309

Soziale Medien prägen unser Bild von historischen Ereignissen

In einem Workshop können Interessierte die Effekte näher ergründen.

(socialon) Das Projekt „SocialMediaHistory“ lädt Bürgerinnen und Bürger zur gemeinsamen Forschung ein. Auf einem Online-Workshop am 25. und 26. März 2022 untersuchen Interessierte zusammen mit dem Projektteam der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der Universität Hamburg Geschichtsdarstellungen auf Instagram. Für den Workshop werden 25 Teilnehmende ab 16 Jahren gesucht. Erste Erfahrungen im Umgang mit Instagram sind erwünscht; historisches oder geschichtswissenschaftliches Vorwissen ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos. Interessierte finden weitere Informationen und die Möglichkeit zur Bewerbung bis zum 18. März 2022 auf der Projektwebsite.

Notwendig: Ein grundsätzlich kritischer Blick

„Jan Böhmermanns kritische Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur in sozialen Medien im ZDF Magazin Royal hat jüngst gezeigt, wie groß der Einfluss von Instagram auf unsere Wahrnehmung von Geschichte geworden ist“, stellt Projektleiter Prof. Dr. Christian Bunnenberg von der RUB fest. Soziale Medien werden verstärkt als Orte der Erinnerungen genutzt – sowohl von Gedenkstätten, Museen und Medienunternehmen als auch von Initiativen, Vereinen und Privatpersonen.

Sie alle nutzen die Demokratisierung der Kommunikationsmöglichkeiten, um ein Publikum für die eigenen Botschaften zu finden. „Nicht zuletzt die Propaganda des gegenwärtigen Krieges zwischen Russland und der Ukraine führt uns vor Augen, dass wir grundsätzlich kritisch mit den geteilten Inhalten in den sozialen Medien umgehen müssen. Und dazu brauchen wir alle die Kompetenz, um uns orientieren und das Gesehene bewerten zu können“, mahnt Projektleiter Prof. Dr. Thorsten Logge aus Hamburg.

Analysemethode wird erarbeitet

In dem Workshop lernen die Teilnehmenden zunächst das Medium und seine Ausdrucksformen kennen und erarbeiten anschließend mit dem Projektteam eine Analysemethode zum Umgang mit Geschichte auf Instagram. Gemeinsam werden dann Beispielbeiträge entwickelt. Mit den Erkenntnissen aus diesem und drei weiteren Workshops bis 2023 entwickelt das Projektteam Online-Lernmodule, die allen Interessierten zur Verfügung stehen sollen. Projektkoordinator Nils Steffen hält fest: „Als Historikerinnen und Historiker können wir unser Wissen einbringen. Ohne die Fragen und Impulse der Bürgerinnen und Bürger können wir jedoch keine Lernmodule konzipieren, die wirklich den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer entsprechen.“

Förderung

„SocialMediaHistory – Geschichte auf Instagram und TikTok“ ist ein gemeinsames Projekt der Public History der Universität Hamburg und der Geschichtsdidaktik der RUB in Zusammenarbeit mit dem Verein Kulturpixel. Das Projekt läuft seit März 2021 bis Februar 2024 und wird im Rahmen des Förderbereichs Bürgerforschung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Es gehört zu 15 Projekten, die bis Ende 2024 die Zusammenarbeit von Bürgerinnen und Bürgern und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern inhaltlich und methodisch voranbringen und Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen geben sollen.

Mehr Infos im Internet: http://www.buergerschaffenwissen.de/.

Quelle: Ruhr-Universität Bochum (RUB), 08.03.2022
Bild: pixabay